Tipps für vegane Weihnachten

Weihnachten steht vor der Tür! Meine liebste Zeit des Jahres. Ich kann mich aber auch noch gut daran erinnern, wie das Weihnachtsfest zu Beginn meines veganen Lebensstils eine kleine Herausforderung dargestellt hat. Denn damals war ich noch die einzige Veganerin in meiner Familie, was es nicht unbedingt einfach gemacht hat. Vielleicht ist es ja dieses Jahr bei dir soweit und es steht das erste pflanzliche Weihnachtsfest an? Gut, dass du dieses Türchen des veganen online Adventskalenders geöffnet hast. Heute verrate ich dir meine Tipps für vegane Weihnachten und eine besinnliche Weihnachtszeit für Veganer:innen mit einer nicht veganer Familie. Damit hoffe ich, dass ich dir aus meinen Erfahrungen einige Ratschläge mitgeben und Stress ersparen kann.

Rund um’s Essen

Das Essen gemeinsam besprechen und planen: Vor allem über die Weihnachtstage ist Essen bei mir in der Familie ein großes Thema. Auch als Veganer:in möchte man da natürlich nicht zu kurz kommen, anderen aber auch keine Vorschriften machen. Vor allem wenn es um Traditionen geht wie, dass es jedes Jahr das gleiche Festessen gibt. Hier sind Kompromisse immer eine gute Idee, so dass alle auf ihre Kosten kommen. Dafür besprechen und planen wir zusammen schon ein paar Wochen vor den Festtagen das Menü für den Heilig Abend und die Weihnachtstage.

Vegane Beilagen für alle: Selbstverständlich habe ich nicht von heute auf morgen erwartet, dass ausschließlich pflanzliches Essen serviert wird. Meine Familie war aber fein damit, dass alle Beilagen vegan zubereitet wurden. Das ist oft sowieso schon der Fall, da Beilagen wie Rosenkohl, Kartoffeln oder Rotkohl meistens ohne tierische Produkte gekocht werden.

Offenheit gegenüber des Veganismus: Meine Mama ist glücklicherweise genauso begeisterungsfähig wie ich, wenn es um das Ausprobieren von neuen Rezepten geht - woher ich das nur habe? Da wir uns meistens schon im November mit dem Weihnachtsmenü auseinandersetzen, bleibt uns also genügend Zeit, die leckersten Speisen zusammen zu stellen. Für diese Offenheit gegenüber des veganen Lebensstils bin ich sehr dankbar und es macht vieles einfacher - für alle. So wurde der beliebte vegane Kastanienbraten, den sie zu meinem ersten veganen Weihnachtsfest für mich gemacht hat, zu einer neuen Tradition bei uns in der Familie. Aber auch der Rest meiner Lieben wurde nach und nach offener gegenüber dem Thema. Vor allem, als sie gemerkt haben, wie einfach und lecker es sein kann vegan zu essen.

Nach veganen Inspirationen und Rezepten suchen: Sei es im Internet, in Büchern oder Zeitschriften - Die Auswahl an veganen Rezepten wird immer größer und bunter. Kennst du diese kostenlosen Zeitschriften, die es oft an den Kassen in Supermärkten oder Bioländen gibt? In denen sind immer viele vegetarische und vegane Rezeptinspirationen zu finden. Aber auch auf veganen Foodblogs oder in den sozialen Netzwerken wie YouTube, Instagram oder Pinterest ist die Auswahl riesig!

Gemeinsam den Einkauf planen: Wenn man das (vegane) Menü dann zusammengestellt hat, bietet es sich an auch direkt die Einkaufsliste gemeinsam zu schreiben. So wird außerdem nichts vergessen. Dabei kann man direkt erklären, dass es in Supermärkten oft ganze Regale und Ecken gibt, in denen die veganen Ersatzprodukte zu finden sind. In diesem Zuge können auch die Läden aufgeschrieben werden, von denen man weiß, dass es dort eine große Auswahl dieser Produkte gibt.

Zusammen einkaufen gehen: Als erfahrene:r Veganer:in weiß man natürlich am besten, wo es die leckersten Ersatzprodukte und Alternativen zu finden gibt. Warum also nicht gemeinsam einkaufen gehen? So kann man seinen Lieben direkt zeigen, wie einfach es sein kann, pflanzlich einzukaufen. Oft hat man nämlich die direkte Wahl zwischen tierischen und veganen Produkten.

Probekochen: Sehr hilfreich kann außerdem sein, das jeweilige vegane Menü oder Gericht Probe zu kochen. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit, zum Beispiel an einem Adventssonntag kann dies eine wunderbare Möglichkeit sein. So kann man sich im Voraus ein paar Rezepte raussuchen und diese vor den Festtagen schon einmal ausprobieren. Letztendlich wird so möglicher Stress am Heilig Abend umgangen und die Zeit der Zubereitung sowie vor allem der Geschmack kann getestet werden.

Getrennt essen: Weihnachten - das Fest der Liebe und der Familie. Sollte es einem allerdings zu viel sein, beim Essen eine gebackene Gans vor sich auf dem Tisch liegen zu haben, kann auch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, erst nach dem Essen dazu zu stoßen. Schließlich sollen sich alle wohl und nicht getriggert fühlen.

In Restaurants vorher anrufen: Bei geplanten Besuchen in Restaurants oder Cafés kann ich es aus eigenen Erfahrungen nur empfehlen, vorher dort anzurufen und nach veganen Optionen zu fragen. So kann sich die Küche auch besser auf den Besuch vorbereiten. Bei spontanen Besuchen oder wenn nichts rein pflanzliches aus der Karte steht, kann man im Notfall immer gut auf gegrilltes Gemüse, Spaghetti mit Tomatensauce, einen bunten Salat mit Essig und Öl oder auch auf Pizza ohne Käse zurückgreifen.

Online die Speisekarte checken: Oft hat man die Möglichkeit schon vor dem Restaurantbesuch die Speisekarte online zu lesen. Auch wenn dort keine veganen Optionen zu finden sind, lohnt es sich oft trotzdem noch einmal anzurufen und nachzufragen. Die Köch:innen sind meinen Erfahrungen nach meistens froh schon vorher Bescheid zu wissen und planen zu können, anstatt spontan etwas kreieren zu müssen.

Den extra Aufwand wertschätzen: Wenn dann letztendlich wirklich etwas extra veganes für einen kreiert und serviert wurde, macht es immer eine guten Eindruck, sich dafür ganz besonders zu bedanken. Die Wertschätzung kommt sicherlich gut an und setzt außerdem ein wichtiges Zeichen für die Zukunft. Wer weiß - vielleicht kommt demnächst doch etwas veganes mit auf die Karte. Die Nachfrage bestimmt schließlich das Angebot.

Veganes Essen mitbringen: Wenn man eingeladen wird, kann man gut und gerne sein eigenes veganes Essen mitbringen. So erspart man den Gastgeber:innen möglichen Stress und kann sichergehen, dass man auch wirklich etwas zu essen bekommt. Sollte es trotz alle dem vegane Optionen geben: Hurra! Das mitgebrachte Essen kann ja immer noch wieder mit nach Hause genommen und am nächsten Tag gegessen werden.

Andere vegan bekochen: Die Idee, seine Liebsten mit einem pflanzlichen Menü zu überraschen, findet ihr auch in meinem Geschenke Guide wieder. So kann man anderen und auch sich selber etwas Gutes tun. Natürlich muss es nicht gleich ein ganzes Menü sein. Alternativ kann auch die Vorspeise, der Hauptgang oder das Dessert übernommen werden.

Seine Überzeugungen kennen und dazu stehen

Selbstbewusstsein zeigen: Ich kann es gut verstehen und nachvollziehen, dass man sich manchmal etwas alleine fühlt, wenn man der/die einzige Veganer:in in der Familie ist. Gerade zu Beginn oder wenn seine Mitmenschen sich noch nicht wirklich mit dem Thema „Veganismus“ beschäftigt haben, ist es gar nicht mal so einfach selbstbewusst mit der neuen Lebensentscheidung umzugehen. Andere versuchen einem da auch schnell mal reinzureden oder einem das Ganze gar auszureden. Auch wenn sie selber nicht wirklich Ahnung davon zu haben. Witzigerweise werden viele Menschen sofort zu Ernährungsexperten, wenn das Thema "vegane Ernährung" zur Sprache kommt. Dabei kann es helfen, seine Überzeugungen genau definiert zu haben. Meine Beweggründe für den veganen Lebensstil sind: Für die Umwelt, für die Tiere und für meine eigene Gesundheit. Das sollte für andere Grund genug sein, meine Entscheidung zumindest zu respektieren.

Argumente parat haben: Schlagfertigkeit und Kontersprüche sind außerdem immer eine gute Idee. Man weiß ja nie, von welchem Onkel man mal wieder einen Spruch zu seinem Essen reingedrückt bekommt.

Niemanden unterschwellig angreifen: Manchmal kann es ja fast schon zu hitzigen Gesprächen kommen. Dabei empfiehlt es sich, immer aus der Ich-Perspektive zu sprechen, ruhig zu bleiben und niemanden unterschwellig anzugreifen. Anstatt zu sagen: „Entweder ihr esst alle vegan oder ihr könnt ohne mich feiern!“ Sag lieber: „Ich würde mich total freuen, wenn ich euch dieses Jahr mit einem veganen Menü überraschen könnte!“ Oder anstatt zu sagen: „Wegen euch sterben an dem Fest der Liebe tausende von Tieren!“ Sag lieber: „Ich würde mich total freuen, wenn wir dieses Jahr einen Kompromiss finden und zum Beispiel die Beilagen vegan zubereiten.“

Klassiker veganisieren

Das Original und die vegane Variante machen: Wenn man bestimmte Gerichte oder Traditionen zu einem Fest nicht aufgeben möchte, kann ich dies total gut verstehen und nachvollziehen. Manchmal versetzen sie einen in eine bestimmte Zeit zurück, werden schon lange innerhalb der Familie zubereitet oder erinnern einen an liebe Menschen. Das heißt also nicht, dass man diese weglassen und darauf verzichten muss. Man könnte aber entweder das jeweilige Gericht in vegan zubereiten oder das Original servieren und dazu eine pflanzliche Variante reichen. Wie wäre es mit Klassikern wie Rouladen, Schmalzgebäck, Vanillekipferln, Apfelstrudel, Eggnog, Knödeln, Braten oder Mousse au Chocolat - nur in vegan?

Kaufen anstatt selber machen: Wenn man nicht wirklich ein Fan vom selber machen ist, gibt es immernoch die Möglichkeit, vegane Alternativen fertig zu kaufen. Heutzutage gibt es in sogut wie allen größeren Supermärkten Ersatzprodukte, welche mit dem gelb-grünen Vegan-Label gekennzeichnet sind. Manche Produkte sind sogar zufällig vegan, ohne dass es direkt vorne drauf steht.

Andere und sich selber nicht stressen

Inspirieren statt missionieren: Ganz wichtig! Andere und sich selber nicht stressen - frei nach dem Motto „inspirieren statt missionieren“. Es hat noch nie jemanden weitergebracht, einer Person seine/ihre Meinung aufzuzwingen. Aus meiner Erfahrung bringt es viel mehr auf Nachfrage zu erzählen, wie gut es einem mit dem veganen Lebensstil geht, wie viel Freude man dabei hat und vor allem wie einfach und lecker es sein kann, sich pflanzlich zu ernähren. Menschen sind meistens viel offener dem Thema gegenüber, wenn man es einfach positiv vorlebt oder auch mal veganes Essen zum Probieren und Teilen mitbringt.

Nichts und niemanden provozieren: Nachdem wir weiter oben schon bei den schönen anstatt-lieber-Sätzen waren: Ich bin der Meinung, dass man viel mehr erreicht, wenn man als „Vorbild“ voran geht, einfach sein Ding macht und so andere positiv beeinflusst. Da wären wir wieder bei „inspirieren statt missionieren“, denn schließlich wünscht man sich auch von anderen Verständnis.

Über andere Themen sprechen: Natürlich macht die vegane Ernährung einen großen Teil seines Lebens aus. Es definiert einen aber auch nicht. Gerade an Weihnachten sollte es doch viele andere schöne Themen geben, über die man sich unterhalten und dankbar für sein kann.

Ich hoffe, dass meine Erfahrungen und Ratschläge dir weiterhelfen werden. Alle Tipps findest du auch noch mal zusammengefasst in einem YouTube Video von mir. Vielleicht hast du ja schon deine eigenen sammeln können und möchtest diese mit uns in den Kommentaren teilen? Ich wünsche dir und deinen Lieben auf jeden Fall ein entspanntes und vor allem leckeres Weihnachtsfest. Lasst es euch gut gehen!

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